Rund um München 2018


1.4.2018

Kurze Nacht. Kein Niederschlag, wir konnten entgegen unserer Planung mit dem Rad zum Busbahnhof fahren. Leider gab es kalten Gegenwind und das Rad lief schwer. Zu früh am Bus, wie immer. Der Stoffel von Busfahrer regte sich über unsere Räder auf, Kunden sind hinderlich und schwer zu ertragen. Gestern kam eine Erinnerung für eine von Flixbus für uns umgebuchte Fahrt, die 1 Stunde kürzer gewesen wäre. Eine schriftliche Rückfrage blieb unbeantwortet. Flixbus ist halt nur billig. Nun ja, es ging pünktlich los, wir sind aber auf der längeren Route.

Jetzt geht’s erstmal für eine Woche in Münchens Umgebung. Dann geht es endlich mal wieder nach Italien. In den letzten Jahren ist ja leider gesundheitlich immer etwas dazwischen gekommen. Überwiegend ist es eine Wiederholung der Tour von 2007, zumindest von Ravenna aus. Von Bozen über den Gardasee nach Ravenna ist es eine Variante. Wir kamen damals aus Venedig. Von Ravenna geht es über die Sieben Berge in die Toskana. Mal sehen, ob wir das noch schaffen. Unser Südtiroler Freund Günther hat uns Mut und Kondition bescheinigt. Mut ja, der Rest muss noch bewiesen werden.

Vorbei am Tower des Flughafens Halle-Leipzig. Dass ich dort manchmal gearbeitet hatte, ist nun auch bald 7 Jahre her. Zwei große Antonov-Transportmaschinen standen vor der Halle neben dem Tower. Eine ukrainische Fluggesellschaft fliegt damit Material für die Bundeswehr. Sie selbst hat ja kaum Transportkapazität. Die Transall-Maschinen sind zu alt und der Airbus A400M ist noch nicht flügge, wird es vielleicht auch nie. Früher gab es noch Fachleute im Verteidigungsministerium, heute nur noch Politiker(innen) und Lobbyisten. Seit Volker Rühe wird nur noch gestolpert. Eine tolle Trachtentruppe, die aber überall dabei sein will oder soll. Jetzt sind wir auch schon heimlich, still und leise im Irak, was Kanzler Schröder vor ein paar Jahren noch zu verhindern wusste. Wenn ich so recht nachdenke, war das seine einzige große Tat, außer sein Engagement bei Gazprom.

Tower Leipzig

 

Zwei Antonov-Transportmaschinen, die mit dem fehlenden Triebwerk fliegt für die Bundeswehr ;-))


Auf die Minute pünktlich am ZOB München. Die Räder waren entsetzlich dreckig. Es hatte ja unterwegs oft geregnet. Aufgeladen und zur S-Bahn, zum komplizierten Zug, der in Neufahrn zwischen Flughafen und Freising aufgeteilt wird. 800 m zum Hotel, die ersten Leute aus der Gruppe waren schon da. In der Kellerbar gegenüber gab es Abendbrot.


2.4.2018

Nach dem Frühstück ging es in den Dom zur Ostermesse. Begonnen wurde mit der Dorischen Toccata von Bach. Dann ging es über in die katholische Liturgie. Vom vielen Weihrauch brannten mir die Augen. Nach dem Gottesdienst gab es eine kleine Domführung, für eine barocke Kirche ist sie sehr schön. Plötzlich war Holger, ein Berliner Leicafreund,  mit seiner Frau Thea da. Damit hatten wir gar nicht gerechnet. Nach der Führung gab es noch einen Ausblick auf die bayrischen Alpen. Leider schon etwas dunstig, mehr zum Erstaunen als zum Fotografieren.

Weiter ging es am Münchner Flughafen vorbei zum Museumsdorf in Erding. Sehr hübsche Häuschen, auch ein Bienenhaus. Nachmittags ging es ins Freisinger Gefängnis, starker Tobak. Folter- und Schauergeschichten, bayrisch vorgetragen. Das Schlimme war, dass das Gefängnis bis 1965 betrieben wurde. Danach zu Wasser und Brot im angeschlossenen Restaurant.

Der Freisinger Dom zur Ostermesse


3.4.2018

Morgens in die Brauerei Weihenstephan. Sehr nette Führung eines hiesigen Studenten. Atemnot im Gärkeller. Als Abschluss gab es dann eine Bierverkostung.

Weiter ging es zum Besucherbereich des Münchner Flughafens. Erst auf den Besucherberg und dann mit dem Bus zur Sicherheitskontrolle, Erinnerungen an die täglichen Kontrollen in TXL kamen hoch. Die Ausweise wurden nicht gefordert. Dann ging es über das Vorfeld an den Flugzeugen vorbei, gute Führung. Nach 50 Minuten war es vorbei. Das deponierte Schweizermesser wurde wieder abgeholt und dann sind wir nach Ebersberg gefahren.

Am späten Nachmittag gab es noch einen Spaziergang zum König-Ludwig-Turm. Tolle Sicht auf die Alpen im Abendlicht. Am Spazierweg standen Linden, jede von ihnen trug ein Schild mit dem Namen eines Toten des Ersten Weltkriegs aus der Gegend. Ein Kriegerdenkmal ohne Pathetik. Danach gab es eine Völlerei bei einem Italiener. Bayrisch wäre uns lieber gewesen, italienisch werden wir ab kommende Woche noch genug haben. Friedhelm brachte noch unsere Räder zu Norbert und Annelies.

Flughafen München


Eine der Erinnerungstafeln am Weg zum König-Ludwig-Turm

 

Die Alpen, gesehen aus der Nähe von Ebersberg


4.4.2018

20 km weit ging es nach Wasserburg am Inn, ein Stück Italien in Bayern. An der Hauptstraße sind alle Häuser mit Laubengängen versehen, mit eleganten Läden. Wir hatten eine Stadtführerin zur Magentratzler-Tour. Die kompetente Stadtführerin zeigte uns die Sehenswürdigkeiten und die Gastronomie. Eine wirklich sehenswerte Stadt. Ruhe auf einer Bank am Inn. Weiter ging es nach Seebruck am Chiemsee. Hier erwartete uns Jürgen Korau, Besitzer der Carosseria Classica in seiner Werkstatt für Oldtimer. Ein großer Jaguar, ein VW-Bus von 1968 und ein Gutbrod waren in Arbeit. Anschließend ging es noch ins Winterlager ca. 6 km entfernt. Ein Mercedes des kongolesischen Staatspräsidenten war zu bewundern, ein Jaguar Coupé von 1955, ganz toll, 2 Jaguar E-Type, ein BMW aus den Sechzigern und ein früher Porsche 356. Leider standen die Wagen etwas eng. Abends waren wir bei der Hafenwirtin essen. Es ging so.

Laubengang in Wasserburg am Inn

 

Jaguar Coupé XK 140

 

Der Chiemsee



5.4.2018

Werksbesichtigung bei Regnauer Fertighäuser. Der Seniorchef Engelbert Regnauer begrüßte uns. Sein Vertriebsleiter Furtner gab uns äußerst kompetent, ohne Schwafeleien, einen Überblick über das Vertriebsprogramm, die Planung und die Fertigung. Er wusste zu jeder Frage eine Antwort und das wirklich ohne dass es eingeübt wirkte, einfach Spitze. Dann ging es in die riesige Werkhalle. Inzwischen ist fast alles computergesteuert, vom Entwurf bis zur Fertigung und anschließender Logistik. Der Seniorchef gab uns dann Auskunft über die Entwicklung der Datenverarbeitung in seinem Betrieb, an der er maßgeblich, seit Anfang der Achtziger, beteiligt war. Ich war begeistert von dieser Besichtigung.

Am Nachmittag sind wir mit Annelies und Norbert zum Kloster Seeon gefahren, während die anderen zum Schloss Herrenchiemsee des verrückten Ludwig gefahren sind. Das klingt vielleicht respektlos, die Münchner Ausgabe der Bildzeitung und viele Bayern behaupten zwar, dass Ludwig II. nicht verrückt war, ich glaube es schon.

Holzfräsautomat

 

Werkshalle bei Regnauer

 

6.4.2018

Früh ging es nach Rosenheim ins Holztechnische Museum. Es war etwas hausbacken. Das einzig Neue war, dass die Propellerblätter der Transall, s. o., aus Holz waren.   Das spricht für das Alter des  Fliegers.   Danach  waren  wir  noch  in  St. Nikolaus, mit furchtbaren Bronzeskulpturen über das Leiden Christi.

Um 14 Uhr ging es dann mit der Zahnradbahn auf den Wendelstein, 32,50 € pro Nase. Bestes Wetter für solche Unternehmung. Der Wilde Kaiser war zum Greifen nah. Die Zugspitze und der Großglockner waren zu sehen und die deutschen und österreichischen Alpen lagen uns zu Füßen. Es war Bilderbuchwetter, am gestrigen Tag wäre es nichts mit dem Wendelstein gewesen.

Weiter ging es nach Neuhaus in der Gemeinde Schliersee. Dort besichtigten wir die Bayrische Whisky-Brennerei „Slyrs“. Recht interessant, nur Whisky schmeckt uns nicht. In Schliersee war ich ca. 1962, als armes Berliner Ferienkind, verschickt.

Holz-Propeller der Transall C160

 

Kirchlein auf dem Wendelstein

 

Whisky-Brennerei Slyrs

 

7.4.2018

Nach dem Frühstück sind wir mit einer kleineren Gruppe zu den Josefstaler Wasserfällen hinauf gelaufen. Danach ging es an den Schliersee, den wir mit einer ordentlichen Berg-Etappe umwanderten. Wir waren zu fünft. Die anderen der Gruppe sind nach München hinein gefahren. Kleine Erinnerung an den Schliersee. Ich war ca. 1962 dort als Berliner Ferienkind. Das Kinderheim Schlichter scheint es nicht mehr zu geben.

Josefstaler Wasserfall

 

Schliersee


Nachmittags ging es dann nach Aying. Norbert holte noch Annelies aus Ebersberg ab, weil sie gestern ein Treffen mit den Katholischen Landfrauen hatte. Aying ist der krönende Abschluss unserer Fotoexkursion. Ein Spitzenhotel, mit einem tollen Bierlokal, in einem schönen Ort. Empfehlenswert, wenn man es mal richtig schön haben möchte. Das Doppelzimmer kostet allerdings auch 120 €.

Aying


8.4.2018

Holger wurde heute 70. Also zog sich das Frühstück mit einem Glas Sekt etwas hin. Dann kam der große Abschied. Norbert, Annelies, Rudi, Edith und wir fuhren noch nach Holzkirchen, zur neuerbauten St. Josefskirche. Wie es sich gehört, eine Holzkirche. Von außen sieht sie etwas wie ein Klärwerk aus. Innen ganz toll gestaltet. Leider ist das Holz weiß gestrichen, ich hätte es naturbelassen. Auch das obere Fenster war zugezogen, sonst wäre der bayrische Himmel zu sehen gewesen. Weiter ging es zum Biobauernhof Hermannsdorf, jetzt schon nur noch mit Annelies und Norbert, die Gruppenreise ist vorbei. In Ebersberg haben wir die allerschlimmsten Spuren der Busreise an den Rädern beseitigt. Kette und Lenkertaschen-Halterung gefettet. So geht’s schon wieder. Abends gab‘s Schweinsbraten zu Hause bei Annnelies und Norbert. Wohnen tun wir unter dem Dach.

St. Josefskirche in Holzkirchen

 

9.4.2018

Nachdem Bärbel nun schon seit fast 2 Wochen an Durchfall leidet, haben wir uns schweren Herzens entschlossen nicht weiter nach Italien zu fahren. Wir haben die Hotelbuchung in Margreid storniert, das kostete 99 €. Dann haben wir noch einen Flixbus nach Berlin gebucht,  wobei ich mich wieder mal über die schlechte Internet-Software geärgert habe. Norbert hat mich mitten in der Nacht darüber fluchen gehört und kam zu uns herauf. Dann kam noch Annelies und wollte für Bärbels wunden Bauch einen Tee kochen. Von unserer Eisenbahn-Fahrkarte haben wir nur den Teil nach München genutzt. Ein bedrückendes Frühstück bei Annelies und Norbert, dann ging es Richtung Berlin. Der Bus fuhr pünktlich von der Hackerbrücke los. Der Fahrer war freundlich und war Deutscher. Kam bisher selten vor, beim Flixbus. Der Bus war etwa halb voll und die Fahrt kostete für uns beide 66 €, samt Räder. Wie geht so etwas? 20 Minuten zu spät in Berlin angekommen. Wir sind dann noch auf dem Weg nach hause im Tegernseer Tönnchen eingekehrt. So schlecht ging es dann Bärbel doch nicht.

Nun bleibt nur noch übrig, Friedhelm für die hervorragende Organisation zu danken. Auch die Ziele waren gut ausgesucht. Das Hotel in Aying ruft zum längeren Aufenthalt  auf.

 

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