Fotografien & Texte

Svalbard, Spitzbergen 2022


2838 km rund um Spitzbergen, die Karos sind ca. 55 km


Montag, 25. Juli

Einen Tag früher als geplant geht es los. Hurtig spendiert uns eine Übernachtung in der Nähe des Flughafens Oslo, weil wir sonst nicht den Flug nach Longyearbyen am 26. bekommen würden. Leider können wir daraus keinen Nektar saugen. Wir kommen spät in Oslo an und bis in die Stadt ist es weit.

Frühzeitig nach BER mit der Taxe gefahren. Ein freundlicher und unterhaltsamer schwarzer Taxifahrer. Er hatte früher am Bau von BER mitgearbeitet. Über Taxen am BER schreibe ich noch am Ende des Berichts etwas. Der Abfertigungsschalter war noch gar nicht offen. Der Flug ging pünktlich, in Kopenhagen mussten wir umsteigen. Gegen 23 Uhr waren wir in Oslo. Bärbels Koffer war nicht da. Bei einem Berliner Ehepaar fehlten beide Koffer. Alles gemeldet, aber kein Ergebnis. Gegen Mitternacht waren wir mit langen Gesichtern im Hotel.

Quality Airport Hotel Gardermoen, Oslo



Dienstag, 26. Juli

Nach sehr gutem Frühstück mit dem Shuttlebus um 8:32 zum Flughafen zum Norwegian-Schalter. Ohne Erfolg nach Bärbels Koffer gefragt, hilflos. Lange Wege zum Flugsteig F31 nach Svalbard. Der Flug ging einigermaßen pünktlich. In Longyearbyen auch keinen Erfolg mit dem Koffer gehabt. Eher das Gegenteil. Selbst wenn der Koffer gefunden würde, er würde hier nicht vor dem Ablegen des Schiffes ankommen. Die Reiseleitung von Hurtig, hilflos. Keine konkrete Aussage, tut so, als ob so etwas noch nie passiert ist. Auch das mitbetroffene Ehepaar, Gabi und André, hatte keinen Erfolg. Man könnte sein Gepäck über einen Link selbst verfolgen, der funktioniert aber nicht, die Hotline ebenfalls nicht. Überall Hochglanzauftritte, aber nichts dahinter. Das Radisson-Hotel sieht von außen wie eine Jugendherberge aus, innen ist es jedoch recht gediegen. Abends ins Huset, eine Art Kulturhaus, zum Abendessen gefahren worden. Ganz manierlich. Wann allerdings der Bus zurückging, stand in den Sternen, aber er kam irgendwann. Svalbard, endlich, im 3. Anlauf, allerdings mit fehlendem Koffer. Das bei einer 9000 € Reise, für 12 Tage. Hurtig lässt einen im Regen stehen.

Flughafen Longyearbyen

Fast das nördliche Ende der Welt, nur noch 1300 km zum Nordpol. Das Nordkap ist ca. 800 km südlicher.


Mittwoch, 27. Juli

Um 8 Uhr zum Coronatest und fürs Schiff eingecheckt, danach ausgiebiges Frühstück. Abfrage, Bärbels Koffer hat sich nicht angefunden. Ums Hotel tummelten sich viele Nonnengänse mit ihren Jungen. Sie sind gerne im Ort, weil es dort keine Polar-Füchse gibt. Aus dem Hotel ausgecheckt. Einkaufsorgie in der Einkaufsmeile des Ortes. Mal sehen was wir davon bezahlt bekommen. Das Angebot ist gut und teuer. Alles noch ins Hotel gebracht. Dann ein kurzer Schlenker ans Wasser. Zur Sicherheit zugeschaut, wie das Gepäck in einen Lastwagen gepackt wurde, um zum Schiff gebracht zu werden. Unsere beiden Gepäckstücke waren dabei. Nach dem Mittagessen eine Busrundfahrt. Erst ins Svalbard-Museum, in das man nicht mit Schuhen hineinkam, oder zumindest einen Plastikschutz um die Schuhe tragen musste. Erinnerungen an Rudi Henry, dem schrecklichen Eisbärenjäger, der 730 Tieren das Fell über die Ohren gezogen hatte. Wir saßen durch Zufall mal an seinem ehemaligen Stammtisch in der Tromsøer Brauerei, während der Hurtigruten-Postschifffahrt, 2015. Dann ins Adventdalen zum Camp Barents. Der Niederländer Barents entdeckte 1596 Spitzbergen. Er ist 1597 auf Novaja Semlja gestorben. Als erstes wurde man von einer Gruppe Schlittenhunde begrüßt. Einer schöner als der andere, und sehr freundlich. Sie waren sehr an unserem Gepäck interessiert, wahrscheinlich vermuteten sie etwas Essbares darin. Dann gab es noch einen Vortrag über Eisbären, bei Pfannkuchen. Die Führerin durchs Camp war eine Frau mit einem großkalibrigen Gewehr. Dann brachte uns der Bus zum Schiff. Das Gepäck stand schon vor der Kabine. Ausgepackt und zum Abendessen. Vorher bekamen wir noch eine wasserdichte Jacke und Gummistiefel. Die Jacke dürfen wir behalten. Dann die Sicherheitseinweisung fürs Schiff.  Eine Stunde zu spät, um 21 Uhr abgelegt, weil noch auf eine Lieferung gewartet werden musste. Bärbels Koffer war es nicht. Zeitig ins Bett.

Unser Frühstücksbär


Nonnengänse im Gänsemarsch


Sowas braucht man hier


Der freundliche Dublin, mein momentaner Lieblingshund


MS Spitsbergen



Donnerstag, 28. Juli

Wir mussten um 7:15 zum Frühstück erscheinen. Aus dem Fenster war die offene See zu sehen. Wir sind um 8:30 in Ny-Ålesund angekommen. Hier beginnt wirklich die Arktis. Bis 1963 gab es hier Kohlebergbau, der schlagartig durch ein großes Grubenunglück beendet wurde. Jetzt wird dort intensiv Forschung betrieben, hauptsächlich Geologie. Es gibt ein kleines Museum mit der Geschichte von Roald Amundsen und Umberto Nobile, die Abenteurer, die in der Überquerung des Nordpols in der Luft wetteiferten. Nobile unterlag, stürzte auch noch mit seinem Luftschiff Italia ab. Amundsen kam während der Suche nach ihm um, Nobili überlebte. Unsere Reiseführerin sagte, Polarforscher sind spezielle Leute, Amundsen soll ein unangenehmer Mensch gewesen sein. In Ny-Ålesund sahen wir das erste Mal Eis im Meer. Die Lufttemperatur lag bei 5°.  Zu sehen waren ein paar Häuschen und der Mast für die Luftschiffe Norge und Italia von Mitte der 20er Jahre. An den Namen der Luftschiffe ist schon zu erkennen, dass es sich bei dem Überflug des Nordpoles um ein sehr wichtiges nationales Problem handelte.

Einstieg ins Abenteuer (Advent). Mit dem Zodiac-Schlauchboot zum Strand in der 14 Julibukta. Das Umsteigen von der MS Spitsbergen in die Boote war problemlos, die Überfahrt an den Strand und das Aussteigen auch. Die Gummischuhe hielten dicht. Bei dem Spaziergang waren sie allerdings recht hinderlich. Durch 3 Leute mit Gewehren waren wir gut vor den Eisbären beschützt. Bei der Rückfahrt kam es dann aber. Das erste Boot schlug durch die Brandung sofort voll Wasser. Ein voll besetztes Boot musste kurz vor der Landung umkehren. Die anderen sind dann nicht mehr von der Spitsbergen gefahren. Das 2. Boot konnte dann nur noch mit 6 statt 10 Personen besetzt werden. Klaus war gerade im Boot, da schwappte eine Welle hinein. Die Hose pitschenass, alles andere ging. Wir haben ja die tollen Jacken von Hurtig bekommen. Die Überfahrt zum Schiff war dann ganz schön kabbelig. Aussteigen ging. Rucksack und Fotosachen sind trocken geblieben. Bärbel hat einen Handschuh verloren, den sie gerade teuer gekauft hatte. Abends stellte sich der Kapitän und die Mannschaft vor.


Bärbel mit Amundsen
Charlotte passt auf Eisbären auf

Komplizierte Anlandung in der 14 Julibukta (14. Juli Bucht)


Freitag, 29. Juli

Nach der unruhigen See gestern ist sie heute recht ruhig. Es geht aber ein recht rauer Wind und es ist bedeckt und kalt. Langärmlig ist angesagt. Um 10 Uhr auf das Schlauchboot gestiegen und zur Insel Ytre Norskøya vor dem Raudfjorden übergesetzt. Glitschige und runde Steine beim Aussteigen. Inzwischen schwankt auch die Welt und das Schiff liegt still. Eine halbe Stunde zu einem kleinen Berg gelaufen. Wir sind auf der Nordseite von Spitzbergen, fast auf 80° nördlicher Breite. Das heißt zwischen uns und dem Nordpol gibt es nur noch 1110 km Wasser und Eis. Vom Nordkap waren es noch 2300 km. Deshalb wollten wir hierher, ein wenig albern, oder?

Beim Mittagessen sind wir in den Raudfjorden sehr langsam hineingefahren. Blauer Himmel kam hervor. In die Kabine gestürmt, den Fotoapparat geholt und aufs oberste Deck gefahren. Eine grandiose Kulisse. Klaus ist um 15 Uhr noch an den Strand zur Alice Hamna mitgefahren. Bärbel ist auf dem Schiff geblieben. Abendessen und uns mit einem Ehepaar aus Arizona unterhalten.

Raudfjorden




Samstag, 30. Juli

Unsere Freundin Susanne hat heute Geburtstag. Telefon gibt es seit dem Auslaufen aus Longyearbyen nicht mehr. Internet geht nur noch sporadisch, seit 1 ½ Tagen gar nicht mehr. Was für ein ungewohntes Gefühl in der heutigen Zeit. Susanne, wir denken an Dich, so wie es schon früher gemacht wurde.

Sehr früh aufgestanden. Wir sind in den Liefdefjorden eingelaufen, mit dem mächtigen Monaco-Gletscher am Ende. Großes Kino. Die ersten Robben waren zu sehen. Nach dem Frühstück ging es mit den Zodiacs an den Rand des Gletschers. Ein spektakulärer Ausflug durch die Eisstücke der kalbenden Gletscher. Es war windstill, so war es eine sehr entspannte Tour. Mit Sonne wäre es noch schöner gewesen.

Nachmittags zur Texas-Bar am Strand des Liefdefjorden. Dort hat ein Jäger 38 Winter zugebracht. Wahrscheinlich hat ihn seine Frau weggeschickt. Sonst war es ein schöner Ausflug auf einen kleinen Hügel mit guter Aussicht auf den Fjord. Bärbel wollte nicht mit. Besonders zu bemerken ist, dass einige Mitfahrer im Meer gebadet haben. Respekt.

Der heutige Abschluss war ein Fototermin vom Schiff aus zur Insel Moffen. Sie liegt genau auf dem 80.  Breitengrad. Dort gibt es eine Walross-Kolonie. Die Tiere lagerten dort dicht gedrängt.

Am Monaco-Gletscher


Sonntag, 31. Juli

Vormittag gab es einen Vortrag über Andrée’s gescheiterte Ballonfahrt über den Nordpol 1897. Die Expedition wurde, getrieben durch persönlichen Ehrgeiz und durch Sponsoren, völlig dilettantisch vorbereitet. Es kostete den 3 Ballonfahrern das Leben. Sie sind im Packeis abgestürzt. 12 Wochen haben sie sich bis zur Insel Kvitøya durchs Packeis gekämpft, wo wir morgen anlanden werden. Dort sind sie gestorben und nach 33 Jahren gefunden worden. Man vermutet, durch die einseitige Ernährung, zu viel Vitamin-A durch das viele Eisbärenfleisch, hauptsächlich deren Leber. Vor Skorbut waren sie gut geschützt, weil ihnen ein Sponsor Zitronenbrause mitnehmen hat lassen. Damit hatten sie genug Vitamin-C dabei. Sie haben viele fotografische Platten hinterlassen.

Morgens haben wir den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht, bei 80° 38‘, das ist 1050 km zum Pol. Nur der Norden Grönlands liegt noch etwas näher dran. Wir liegen heute in der Albertinibukta bei bestem Wetter. Auch eine Bucht mit einem Riesengletscher. Sie ist nach einem Mitglied der gescheiterten Italia-Expedition General Nobiles benannt. Wir sind in die Zodiacs gestiegen und haben eine Tour durch die kleineren, schwimmenden Eisberge gemacht, sehr beeindruckend. Ein paar Bartrobben zeigten sich.

Charlotte hielt abends noch einen Vortrag über ihre Skitour quer über die Insel im letzten Frühjahr.



Albertinibukta


Montag, 1. August

Wir sind vor der Insel Kvitøya angekommen. Heute ist es eiskalt. Eisbärenalarm. Deshalb wird es keine Anlandung geben, aber wenigstens eine Rundfahrt mit dem Zodiac. Plötzlich war der König oder die Königin der Arktis am Strand zu sehen. Ein Prachtexemplar. Nicht leicht zu fotografieren, weil das Schlauchboot doch recht stark schaukelt. Keine Bilder für die Ausstellung, aber immerhin selbst geschossene. Bei der Kälte saugt das große Tele-Objektiv den Akku im Fotoapparat in Nullkommanix leer. Wir sind noch an einer Walrosskolonie vorbeigefahren. Die Tiere mit ihren großen Zähnen kuscheln sich eng aneinander. Sie sollen nicht gut riechen, haben wir nicht gemerkt. Eine lohnende Rundfahrt bei ruhiger See.

Nachmittags gab es einige Vorträge. Eine Glaziologin hielt einen Vortrag über die Gletscher von Spitzbergen. Ein Fotograf präsentierte seine Naturbilder und uns wurde vorgeführt, was für eine Notausrüstung am Strand für uns vorgehalten wird.

Vorbeifahrt am Austfonna, dem drittgrößten Eisfeld der Welt. Die Abbruchkante zum Meer ist 200 km breit. Eis, soweit das Auge reicht, viele Eisberge im Wasser, natürlich nicht so groß, wie der bei der Titanic, außerdem heißt unser Schiff Spitsbergen. Leider war es etwas neblig.

Vor der Insel Kvitøya


Dienstag. 2. August

Fahrt durch den Freemansund. Um 9 Uhr geht’s zur Vogelinsel ans Kapp Waldburg. Es ist ein flacher Strand, der in einen Bachlauf ansteigt. Es gibt viele Möwen, durch deren Dung das Moos gut wächst. Deshalb sind auch Rentiere dort. Auch ein flotter Polarfuchs ließ sich blicken. Nicht rein weiß, sondern sommerlich weiß-braun-grau. Ein schöner Ausflug, mit einer kurzen, spritzigen Zodiacfahrt. Die Sachen werden sicher bis zum Nachmittag wieder trocken sein. Die Hurtig-Anoraks tun ihren Dienst, die Hosen und das, was darunter ist, nicht. Man sitzt ja auf dem Schlauchbootrand und muss ab und zu aufrücken. Dadurch wird das Boot trocken und das Gegenstück nass.

Nachmittags sind wir am Kapp Lee angelandet. Dort gibt es eine große Walrosskolonie. Diesmal konnte man die Pupse der Tiere riechen. Wer 30 – 50 kg Muscheln am Tag frisst, kann auch ordentlich pupsen. Es war eine putzige Gesellschaft und man konnte sie vom Festland aus fotografieren. Es waren nur die Männchen, die dort eng beieinander lagen. Die Weibchen sind auf dem Franz-Josef-Land, mit ihren Jungen. Wenn Weibchen dabei wären, wäre es auch vorbei mit der Eintracht.

Kapp Waldburg


Kap Lee


Mittwoch, 3. August

Vormittags Anlandung in der Burgerbukta im Hornsund. Ein beeindruckender Gletscher. Aus der Ferne war ein großer Eisabbruch zu hören, aber wegen des Nebels nicht zu sehen. Man hätte heute auch die Gelegenheit zum Baden gehabt. Wir haben sie nicht genutzt. Nachmittags war Nebel. Deshalb gab es die versprochene Anlandung nicht. Es war nicht etwa so, dass man nicht hätte rüberfahren können. Es war mehr, dass man die Eisbären nicht hätte sehen können. Dafür hielt Tom einen Vortrag über die Eisbären. Und, wieder fielen mir die Augen zu. Was bin ich hier müde.

Unsere Reisebegleiter


Burgerbukta


Donnerstag, 4. August

Ankunft im Bellsund. 6°, kaum Wind und tiefhängende Wolken. Anlandung in Calypsobyen um 10 Uhr. Dort befindet sich eine polnische Forschungsstation. Früher war dort eine Kohlengrube. Das „Dorf“ besteht aus ein paar Häuschen, von denen aber nur eines bewohnt wird, nämlich die Forschungsstation. Die polnische Flagge ist aufgezogen und der Schornstein raucht. Die Gegend ist etwas trostlos. So stelle ich mir meinen Arbeitsplatz nicht vor. Polarforscher sind halt aus anderem Holz geschnitzt.

Wunderschöne Anlandung in der Vårsolbukta. Sehr schöne Einöde, hier könnte ich mir ein paar Tage Aufenthalt vorstellen. Früher war dort eine Kohlengrube und, nach den herumliegenden Knochen zu urteilen, eine Walfangstation. Ein sehr schöner Fleck im hohen Norden. Wir sind mit dem Science-Boot zum Strand gefahren. Dort haben wir die Trübung des Wassers getestet. Eine weiße Scheibe wurde von mir am Seil herabgelassen. Sie war bei 6 m Tiefe nicht mehr sichtbar. Dann wurde noch eine Wasserprobe genommen.

Beim heutigen Abendbrot sind die Fisch- und Muschelfreunde auf ihre Kosten gekommen. Was es da für schreckliche Sachen zum Essen gab.

Wale sind vor dem Schiff gesichtet worden, aufs Oberdeck gestürmt. Ein Bild ist einigermaßen geworden.

Calypsobyen
Vårsolbukta




Freitag, 5. August

Um 8 Uhr Vorbeifahrt an Pyramiden, der verlassenen russischen Bergbausiedlung. Früher lebten dort 1000 Leute, heute sind es nur noch 12 in einer Geisterstadt. Der Grund dafür sind die gesunkenen Weltmarktpreise für Kohle. Der letztendliche Auslöser war dann ein Flugzeugabsturz 1996 bei Longyearbyen, bei dem 141 Menschen ums Leben kamen. Die Opfer waren hauptsächlich Frauen und Kinder, die Angehörigen der Bergarbeiter. Die verbleibenden Russen in Pyramiden und Barentsburg können zwar in Longyearbyen einkaufen, Alkohol bekommen sie allerdings nicht. Zodiac-Rundfahrt zum Nordenskjöld, einem Gletscher am Ende des Billefjorden. Eine Eisbärenmutter mit 2 fast erwachsenen Jungen lagerte auf einem Felsen. Die beiden Kinder waren ca. 1 ½ Jahre alt. Spätestens mit 2 Jahren müssen sie ihre Mutter verlassen.

Am Nachmittag gab es noch eine Anlandung in Brucebyen. Es ist eine Siedlung aus 3 Häusern. Danach ging es Richtung Longyearbyen. Der Kapitän und das Team verabschiedeten sich nach dem Abendessen und es gab noch tolle Bilder vom Tour-Fotografen.

Pyramiden






Samstag, 6. August

Nachts um 2:30 lag das Schiff schon am Kai. Um 8 waren die Koffer gepackt, die Kabine frei und es gab Frühstück. Sandra, eine Expeditions-Mitarbeiterin, hielt noch einen wunderbaren Vortrag über die einzelnen Monate in Svalbard mit tollen Bildern. Er hieß Svalbard ohne Bart. Was war neu? Alkohol ist auf der Insel kontingentiert, es gibt dafür eine Karte. Sandra hat mit 36 Jahren Hamburg verlassen, um fest in Longyearbyen zu leben, ganz schön alternativ.

Mit dem Bus zum Flughafen gebracht worden, Warten, warten, warten … Da soll man 2 ½ bis 3 Stunden inzwischen am Flughafen sein, nur der Abfertigungsschalter öffnet erst 2 Stunden vor Abflug. Die Sicherheitsschleuse kommt aber erst hinterher. Das ist auf einem Provinzflughafen, wie Longyearbyen genauso, wie in Berlin oder Oslo. Nur Heiße Luft und Zeitverschwendung.

Das Gepäck in Oslo ist angekommen, den versprochenen Hurtigruten-Transfer zum Hotel gab es nicht. Nun ja, wir kennen uns schon aus und haben den normalen Hotelbus genommen. Abendessen war für uns vorbereitet. Todesmutig 2 große Bier geordert, 24,90 €. Wir sind in Norwegen.



Sonntag, 7. August

Early-Bird-Frühstück um 4 Uhr und mit dem Bus um 5 Uhr zum Flughafen. Die Abfertigung ging zügig, so konnten wir noch 1 Stunde am Gate warten. Der Flug kam pünktlich in Berlin an. Am Terminal 1 steht erst mal eine hohe Treppe im Rohbau vor dir, danach musstest du über eine ähnliche Treppe wieder runter. Die Decke ist nicht abgehängt, BER ist keinesfalls fertig. Erst mal zu Lost&Found, hat sonntags geschlossen, mit Verweis auf das Terminal 2. Unser Gepäck kam tatsächlich an. Dann zu Terminal 2, dort gab es eine ziemlich versteckte Tür mit 3 Klingeln. Nach einigem Hin und Her wurde Bärbel reingebeten. Ja, der Koffer hat sich angefunden.

Mit der Taxe nach Steglitz, 60 €. Die Taxe muss leer nach Brandenburg zurückfahren. Andere Fahrgäste darf sie in Berlin nicht aufnehmen. Das ist ein Schildbürgerstreich der Landesregierungen und der Taxiinnungen. So werden die Klimaziele nie erreicht.

Das Fazit, es war eine wirklich schöne Reise. Der hohe Norden hat uns sehr beeindruckt. Der Begriff Expedition ist sicher etwas hoch gestochen. Alles war jedoch so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Das Essen war gut, es sah immer gut aus, nur fehlte etwas der Pfiff. Auffällig war, dass das Personal fast nur aus Philippinos bestand. Nein, gegen diese Leute haben wir nichts. Sie waren freundlich und professionell. Speziell die Bootsführer der Zodiacs wussten, was sie taten. Nur, das fernöstliche Personal scheint der Billigmacher für die Reederei zu sein.

Gedanken zum Kofferverlust und dem Ground Service am BER

Nun ist Bärbels Koffer nicht mitgekommen. Er wird wohl, wie bei Gabi und André, nicht aus Berlin weggekommen sein. Das ist unprofessionell und kostet Geld. Bei 120 Gästen auf dem Schiff sind mindestens 5 Koffer nicht angekommen. Das kann einem schön den Urlaub verderben. Die hochbezahlten Manager des Ground Services haben sich vom ohnehin schlecht bezahlten Bodenpersonal während der Corona-Zeit getrennt. Zusätzlich haben sie die Corona-Hilfen des Bundes abgefasst, sauber. Diese werden wohl in der Zielprämie der Führungskräfte gelandet sein. Die entlassenen Leute werden nicht wieder kommen. Neue wachsen nicht auf Bäumen, schon wegen der langwierigen Sicherheitsüberprüfungen. Die Mitarbeiter leiden darunter, wie auch die Fluggäste. Nicht nur, dass das Gepäck verloren geht, muss man inzwischen 2 ½ Stunden früher am Flughafen sein. Das ist jetzt die geplante Sicherheitsmarge. Damit kann man die meisten innerdeutschen Flüge in der Pfeife rauchen. In dieser Zeit kann man weit hinter Leipzig, in Hamburg und Hannover mit dem Zug sein. Wer tut sich das noch an? Das zieht einen Rattenschwanz hinter sich her. Die Reiseunternehmer nehmen nicht mehr so viel ein, die Flugsicherung bleibt auf ihren gut ausgebildeten Mitarbeitern und ihrer Technik sitzen, die sie per Gesetz vorhalten muss. Der Bund und die Länder verpulvern unser Geld für unsoziale und unzuverlässige Subunternehmer. Das ist die innovative Umverteilung öffentlicher Gelder im freidemokratischen Sinne.

Am 11. August ist nun der Koffer bei Bärbel zuhause eingetroffen. Er hat wahrscheinlich Berlin gar nicht verlassen. Das ist eine Riesenschlamperei beim BER.


Auch Bärbels Eisbär Nanook fordert Schadensersatz. Er hat über 14 Tage im Koffer zugebracht und seine Heimat hat er auch nicht sehen können. Aber schön, dass er nicht gänzlich abhanden gekommen ist.