Bad Wilsnack 2018


24.4.

Als Ersatz für unsere ausgefallene Radtour nach Italien geht es für eine Woche nach Bad Wilsnack in der Prignitz. Um 9 Uhr Frühstück mit Wolle bei Frau Sylvia. Kein Regen, also mit dem Rad zum Bahnhof Zoo. Der Fahrstuhl ging, um 10:31 ging pünktlich der Zug. In Spandau stand er dann. Die Abfahrt verzögert sich um wenige Minuten, die Abfahrt verzögert sich um 15 Minuten, wegen eines Polizeieinsatzes. Dann verzögerte sich die Abfahrt um 20 Minuten wegen eines Polizeieinsatzes in unserem Zug. Nach 25 Minuten fuhr der Zug weiter, zu spät, wegen eines Polizeieinsatzes, aber die Polizei ist nicht gekommen. Wir kamen doch in Bad Wilsnack an und unser Zimmer war schon frei. Begrüßt wurden wir vom schwarz-weißen Hauskätzchen, das innerlich mit Scheu und Neugier kämpfte. Meine Fahrradtaschen mit ihren Bändseln waren zu interessant.  Ausgepackt, keine Kugelschreiber und kein Buch dabei. Dann ging es mit dem Rad zum Storchendorf Rühstädt, etwa 10 km. Es fing an zu regnen. In einem Café Cappuccino mit Kirschstreusel, bzw. Weizenbier mit Käsekuchen. Wer hatte was? Ein paar Nester waren mit Störchen besetzt. Einen kurzen Abstecher zur Elbe und zurück nach Bad Wilsnack. Ein Buch in einem Schreibwaren/Spielwaren/Buchladen gekauft. Dann ging es in die Wunderblutkirche. Leider gab es schlechtes Licht. Zurück ins Hotel und gutes Abendbrot. Danach „Märzgefallene“ gehört. Ein Fortsetzungsroman von Volker Kutschner, über die letzten Zwanziger Jahre bis zur Nazizeit. Die „Märzgefallenen“ spielen zur Zeit der Machtergreifung der Nazis und dem Reichstagsbrand. Vier Bücher haben wir schon gehört.

Ein bisschen Italien in der Prignitz, eine Maremma-Kuh

   

Storchennest in Rühstädt


25.4.

In der Nacht wurde über uns eine Elefantenherde losgelassen, gegen Mitternacht dann gesungen. Zusätzlich schnarchte Bärbel laut und ausdauernd, wie noch nie. Habe wenig geschlafen. Morgens erfuhren wir, dass über uns eine Familie und ein Bauarbeiter wohnt. Ich würde auf den Bauarbeiter tippen, der vielleicht etwas viel getrunken hatte. Wir bekamen ein anderes Zimmer, mussten also noch umziehen. Dabei verschwand Bärbels Handy. Ewiges Suchen, es war jedoch im Safe, wo ich es gestern auch hineingelegt hatte. Dann endlich, mit einer Stunde Verspätung in die Therme. Es war nicht sehr voll und ich holte den Schlaf nach.

 

26.4.

Noch ein Regentag in der Therme. Danach wollten wir uns nach einer Alternative zum Essen umschauen. Tote Hose in Bad Wilsnack, Brandenburg … ist halt wirklich langweilig. Ingrids Lokal war jetzt Kalles Kleine Kneipe, jedoch geschlossen. Das Restaurant Kreta hatte blinde Scheiben. Beim Italiener Gino standen Kirchenbänke im Lokal. Also zum Deutschen Hof, durch die Dr.-W.-Külz-Straße. Ging nicht so ohne weiteres, die Eisenbahnunterführung war für Fußgänger gesperrt. Als wir das erste Mal in Bad Wilsnack waren, gab es noch eine Schranke für die Hauptstraße. Nachdem die Bahnstrecke zur ICE-Trasse ausgebaut worden war, musste die Schranke der Straßenunterführung weichen. Die Bahn hat wohl den Brandenburgern den begleitenden Fußweg abgeschwatzt/gekauft. So müssen die Bad Wilsnacker die 500 m Umweg über die Bahnhofsunterführung nehmen. Wir haben die Sperre für Fußgänger ignoriert, aber der Deutsche Hof war auch nicht unsere Wahl. So haben wir wieder in unserem Hotel an der Therme gegessen.

 

27.4

Auch hier, im Hotel an der Therme, bleibt man nicht verschont. Ein deutscher Recke in Thor-Steinar-Klamotten und blauen Kontaktlinsen erschien zum Frühstück. Dabei wäre doch gerade hier Storch Heiner eher angesagt.

Das GPS wies uns einen günstigen Weg nach Perleberg. Es ging gleich vom Hotel am Bahndamm auf einem asphaltierten Weg los. Leider wurde es nach 3 km ein Sand- und Schlammweg. 5 km quälten wir uns bis zur nächsten Straße. Dann ging es die 10 km durch den Wald nach Perleberg. Eine schöne Innenstadt mit Kirche, Rathaus und Roland. Alles gut restauriert, ich weiß gar nicht mehr, wie es hier beim letzten Mal aussah. Es muss schon 20 Jahre her sein.

Es ging weiter zum Perleberger Tierpark. Ein weitläufiges Waldgebiet mit Wölfen, Bären, Kamelen, Wisenten, Kattas, Luchsen, Präriehunden, Straußen, Wildschweinen, Ziegen und Schafe. Wir waren zur Mittagspause im angeschlossenen Restaurant.

18 km ging es zurück nach Bad Wilsnack. So richtig toll bin ich nicht in Form. Wir sind noch einmal in die Wunderblutkirche gegangen. So viel besser war das Licht aber auch nicht. Ein Weizenbier im Hotelgarten und ein leichtes Abendessen im Zimmer.

Perleberg, Rathaus und Kirche

 

Wisent, Tierpark Perleberg

 

Waldkäuze, Tierpark Perleberg


28.4.

Heute wollten wir ins Museum Historischer Lokschuppen Wittenberge. Das GPS wollte uns wieder auf einen Sandweg führen, diesmal sind wir aber clever umgekehrt. Mit der Prignitz kommt das GPS nicht klar. Nach ca. 3 km gab es bei mir einen scharfen Knack im Hinterrad. Mir ist eine Speiche gerissen. Die erste bei diesem Rad, das ich nun immerhin schon über 7 Jahre besitze. So ein Ärger. Ich war aber gut ausgerüstet. Ja, sogar den Kranz konnte ich unterwegs herunter ziehen. Nach einer halben Stunde war der Schaden behoben und die Hände wieder sauber. Es ist mir noch nie passiert, dass eine Speiche in der Mitte gerissen ist, sonst reißt sie immer an der Krümmung an der Nabe. Die Kranzseite ist es allerdings immer, deshalb ist es auch so kompliziert, weil der Kranz herunter muss. Sonst kann man die Speiche nicht einfädeln.

Gegen Mittag waren wir dann am Bahnhof Wittenberge. Viele schöne Lokomotiven. Die Leica-Eisenbahnfreunde werden sich freuen. Ich habe ein historisches Bild nachgestellt, mein Erkennungsbild im Leica-Forum. Es war sonst eine kleine Foto-Orgie. Nach dem Museum ging es in einen kleinen Biergarten. Es gab Käsespätzle „für den kleinen Hunger“.  Abends sind wir immer noch satt. Zurück ging es die 20 km auf dem gleichen Weg, diesmal ohne Panne.

Singer-Nähmaschinenwerk

 

Moped-Draisine, Historischer Lokschuppen Wittenberge

 

Historischer Lokschuppen Wittenberge


29.4.

Ein wunderschöner Frühlingstag, meine Augen brennen, wie toll und verrückt. Über Legde und Quizöbel ging es an die Elbe. An der Grenze zwischen Dunkeldeutschland (Brandenburg) und dem Land der Frühaufsteher (Sachsen-Anhalt) ging es über die Havel auf die Landzunge zur Elbe. Der Radweg führte durch die Auenlandschaft. Es war nicht weit nach Havelberg. Dort thronte der Dom auf seinem Hügel. Erst in die Pfarrkirche, die man nur durch ein Gitter von innen sehen konnte. Dann hoch zum Dom. Um 12 waren wir da und zwischen 12 und 13 Uhr war er geschlossen. Nun ja, ein Weizenbier, eine Spargelsuppe und ein Espresso beim Italiener gegenüber verkürzte die Wartezeit. Der Dom ist ein schönes Gebäude. Von außen trutzig, von innen elegant.

Die 20 km zurück nach Bad Wilsnack sind wir geflogen. Leichter Rückenwind und leicht bergab. Der Hinweg war schöner. Wir halten es mit den Indianern, wenn es geht, nie derselbe Rückweg wie der Hinweg.

Damit sind unsere Radtouren hier zu Ende, immerhin waren es 154 km. Jetzt noch die 6 km übermorgen vom Bahnhof Zoo nach Hause.

 

Havelberg


30.4.

Heute ist noch einmal Thermentag. Gut gewählt, es regnete am Vormittag. Abends haben wir in der Therme gegessen. Das Hörbuch von Volker Kutscher haben wir zu Ende gehört.

 

1.5.

Ein spartanisches Frühstück für Bärbel. Um 10:13 ging es problemlos nach Berlin.

 

 

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